Erzgebirgskreis

Gesamtgröße: 1828 km²
Naturparkfläche: ca. 849 km²
Gemeinden im Naturparkgebiet:
gesamt: Breitenbrunn, Bärenstein, Crottendorf, Deutschneudorf, Eibenstock, Erlabrunn, Hirtstein, Johanngeorgenstadt, Jöhstadt, Königswalde, Kurort Seiffen, Oberwiesenthal, Pobershau, Pöhla, Rittersgrün, Schönheide, Sosa, Sehmatal, Zöblitz
teilweise: Annaberg-Buchholz, Bockau, Elterlein, Großrückerswalde, Heidersdorf, Lauter-Bernsbach, Marienberg, Markersbach, Mildenau, Olbernhau, Pfaffroda, Pockau-Lengefeld, Raschau, Schwarzenberg, Stützengrün, Scheibenberg, Schlettau, Tannenberg, Wiesa, Zschorlau,

Naturraum: Westerzgebirge, Mittelerzgebirge, Osterzgebirge

Geologie: Glimmerschiefer, Phyllit, Granit, Basalt, dominant Paragneise, kleinflächig Orthogneise

Relief:
Kammhöhe: 750 - 1000 m
höchste Erhebung: Fichtelberg (1214,6 m)
Reliefform: stark zertalte Hochflächen, tief eingeschnittene Täler, markante Einzelerhebungen wie Kuhberg, Auersberg, Fichtelberg und Basalthärtlinge Scheibenberg, Pöhlberg, Bärenstein und Hirtstein, Hochflächen, nach Westen zunehmende Zertalung

Boden: in den oberen Lagen dominieren Podsole, mittlere Lagen Braunpodsole, Braunerden, entlang Zwickauer Mulde, Pöhlbach und Flöha  Auengleye, Vermoorung und Torfbildung bis in die Kammlagen

Klima:
starker maritimer Einfluss, bis weit in die mittleren Lagen Jahresniederschläge bis 1000 mm / Jahr, in den Kammlagen teilweise Niederschläge über 1000 mm / Jahr, staubedingte Niederschläge durch die hohen Aufragungen des Westerzgebirges und die vorherrschenden westlichen Winde, windexponierte Lage, gekennzeichnet durch Schneeverwehungen und Raureif, kontinental beeinflusst, starke kleinräumige Differenzierung durch lokale Luv- und Leegebiete

Forstliche Klimastufen: Untere Berglagen und Hügelland mit feuchtem Klima, Mittlere Berglagen mit feuchtem Klima, Klimastufe der Höheren Berglagen mit feuchtem Klima großflächig vertreten, Kammlagen mit feuchtem Klima

Wasser:
Grundwasser: Kluftgrundwasserleiter des Erzgebirges
Fließgewässer: Wassereinzugsgebiet der Freiberger Mulde und Zwickauer Mulde
Bedeutende Fließgewässer: Große und Kleine Bockau , Flöha, Große und Kleine Mittweida, Natzschung, Pöhlbach, Pöhlwasser, Pressnitz, Schwarze Pockau, Schwarzwasser, Sehma, Wiltzsch, Zschopau, Zwickauer Mulde
 
Stillgewässer:
natürliche Stillgewässer: wenig
künstliche Stillgewässer: Talsperre Carlsfeld, Talsperre Cranzahl, Talsperre Sosa, Talsperre Eibenstock, wenige Kleingewässer in Form von Fischteichen, aufgelassenen Steinbrüchen und Gruben, Flößteichen, Feuerlöschteichen u. s. w.

Besiedlungsgeschichte: bäuerliche Kolonisation Ende 12. Jh. unter Obhut deutscher und böhmischer Herrscher; bergmännische Erschließung ab Ende des 14. Jh. punktuell bis in die Kammlagen, Gründung der Städte Annaberg, Buchholz, Marienberg, Jöhstadt, Oberwiesenthal, Scheibenberg, Schlettau; im 17. Jh. Zuwanderung von Exulanten - Gründung von Johanngeorgenstadt, durch geringe Industrialisierung nach dem Niedergang des Bergbaues teilweise Abwanderung der Bevölkerung im 19. Jh., nach 1940 Zuwanderung von Evakuierten, nach 1945 Zuwanderung von Vertriebenen und Bergleuten im Zusammenhang mit dem Uranbergbau der SAG / SDAG Wismut, nach Erlöschen der Uranfunde größtenteils Abwanderung der Bergleute

Siedlungsform: im nördlichen Gebietsteil Waldhufendörfer, im südlichen Gebietsteil Streusiedlungen, Häuslerzeilen und Werkweiler, vereinzelt Stadtanlagen (Kleinstädte)


Flurform: Waldhufen im Norden, Parzellenflur im Süden

regionsbedeutsame Biotoptypen: Bergland-Fichtenwald, Kiefernmoorwald, Fichtenmoorwald, Birkenmoorwald, Hochmoor, Steinrücken, Altbergbauhalde,  Offene Felsbildung natürlicher Serpentinfelsen

regionsbedeutsame Pflanzenarten: Blauer Eisenhut (Aconitum napellus agg.), Bunter Eisenhut (Aconitum variegatum),Rosmarinheide (Andromeda polifolia), Schlamm-Segge (Carex limosa), Langblättriger Sonnentau (Drosera longifolia), Gebirgs-Sauerampfer (Rumex arifolius), Langblättrige Sternmiere (Stellaria longifolia), Braungrüner Serpentin-Streifenfarn (Asplenium adulterinum), Keilblättriger Serpentin-Streifenfarn (Asplenium cuneifolium), Berg-Distel (Carduus personata), Geschnäbelter Erdrauch (Fumaria rostellata), Fieberklee (Menyanthes trifoliata), Moor-Spirke (Pinus rotundata - grex arborea), Weißzüngel (Pseudochis albida) Transsilvanisches Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii ssp. transsilvanica), Quirl-Weidenröschen (Epilobium alpestre), Mieren-Weidenröschen (Epilobium alsinifolium), Breitblättriges Wollgras (Eriophorum latifolium), Bitterer Enzian (Gentianella amarella), Feuer-Lilie (Lilium bulbiferum), Weißzüngel (Pseudorchis albida), Großer Klappertopf (Rhinanthus angustifolius), Alpen-Mastkraut (Sagina saginoides), Stängelumfassender Knotenfuß (Streptopus amplexifolius), Blauer Tarant (Swertia perennis)

regionsbedeutsame Tierarten: Uhu (Bubo bubo), Schwarzstorch (Ciconia nigra), Birkhuhn (Tetrao tetrix), Abbiß-Scheckenfalter (Euphydryas aurinia), Hochmoor-Gelbling (Colias palaeno), Hochmoor-Perlmutterfalter (Boloria aquilonaris), Rundaugen-Mohrenfalter (Erebia medusa), Hochmoor-Mosaikjungfer (Aeshna subarctica), Arktische Smaragdlibelle (Somatochlora arctica), Alpen-Smaragdlibelle (Somatochlora alpestris)

Schutzgebiete nach SächsNatSchG: NSG Am Riedert, NSG Bockautal, NSG Friedrichsheider Hochmoor, NSG Großer Kranichsee (teilw.), NSG Halbmeiler Wiesen, NSG Hochmoor Weiters Glashütte, NSG Kleiner Kranichsee, NSG Schieferbach, NSG Wettertannenwiese, NSG Zweibach (teilw.), LSG Auersberg, LSG Steinbachtal, LSG Talsperre Eibenstock, NSG Alte Leite, NSG Bärenbach, NSG Hirschberg-Seiffener Grund, NSG Mothäuser Heide, NSG Rungstock, NSG Schwarze Heide-Kriegswiese (teilw.), NSG Schwarzwassertal, LSG Oberes Zschopautal mit Pressnitztal (teilw.)

NATURA 2000: Kleiner Kranichsee, Zweibach (teilw.), Großer Kranichsee (teilw.), Halbmeiler Wiesen, SPA Westerzgebirge (teilw.), FFH Hirschberg-Seiffener Grund, FFH Rungstock, FFH Schwarzwassertal, FFH Mothäuser Heide, FFH Schwarze Heide-Kriegswiese (teilw.), SPA Erzgebirgskamm bei Deutscheinsiedel (teilw.), SPA Erzgebirgskamm bei Satzung (teilw.)